Schreiben, Musik machen und die digitale Welt: Wo ist das Problem?

Mal so gesagt: Ich hatte bisher immer den Eindruck, dass Produzenten von im weitesten Sinn künstlerischer Arbeit dies immer schon gemacht haben, weil sie sich selbst damit ausdrücken wollten. Von einem wie auch immer gearteten Publikum, einer Anhänger- oder gar Kundschaft ist da nicht die Rede. Von kreativer Arbeit zu leben ist im historischen Vergleich immer die Ausnahme gewesen. Im besten Fall hatte man noch einen Mäzen, der einem die Tätigkeit finanzierte, oder man war direkt im Dienst von Staat oder Kirche.
Maler und Bildhauer haben es heute - technisch gesehen - immer noch leicht, ihre Kunstwerke abzusetzen, da sie (noch) schlecht zu digitalisieren sind; Musiker und Schriftsteller haben aber das gleiche Problem, das sie schon hatten, bevor sie sich durch den Verkauf von physischen Trägermedien anteilig finanzieren konnten: Sie haben keine Kontrolle über die Verbreitung ihrer Werke (entweder kriegt bekommt es gar keiner mit, oder es wird unendlich oft kopiert). Vom Verkauf von Büchern oder Platten leben: Das war vor Buchdruck und Grammophon nicht so und wird jetzt wieder nicht so sein.
Insofern ist mir auch nicht verständlich, wo das gedankliche Problem bei der Finanzierung von Publikationen, on- oder offline, und z.B. Blogs sein soll. Das Geld kommt aus der Werbung (wie es bei Zeitungen immer war), oder vom Staat (insofern haben digitale Medien von öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten eine Daseinsberechtigungen) oder es ist künstlerische Tätigkeit oder gar Liebhaberei. Gibt es Mäzene für Blogs? Bitte vortreten.